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| Die Baumwollblüte |
Baumwolle - ein Wunder
der Natur
Seit mehr als 25 Jahren sind wir der Spezialist für feinste Hemden
und Blusen aus erstklassigen Baumwollstoffen. Für uns ist das
natürliche Rohmaterial, die Baumwolle, genauso bedeutend wie
für einen Winzer mit hohem Anspruch die Lage eines Weinbergs
und die Qualität seiner Trauben. Wesentliche Faktoren für
Daniels & Korff sind sowohl die Baumwoll-Sorte als auch die Art
der Ernte, die Veredelung und - natürlich - die weitere Verarbeitung.
Baumwolle wird in tropischen und subtropischen Zonen, zwischen
dem 36° südlicher und 43° nördlicher Breite, angebaut.
In dieser Region findet die Baumwollpflanze ein optimales Klima:
viel Feuchtigkeit bei der Aussaat, Wärme beim Reifen und Trocken-heit
bei der Ernte.
In den Industrienationen, maßgeblich in den USA, wird die
Baumwolle maschinell mit großen Baumwollpflückmaschinen
geerntet. Wir verwenden dagegen ausschließlich Baumwolle,
die von Hand gepflückt wird. Die Qualität dieser Ernte
ist insoweit höher als Pflückerinnen und Pflücker
nur die blendend weißen, vollreifen Faser-büschel ernten
und den noch nicht voll entwickelten Kapseln noch die Zeit zur Reife
gewähren. Nach der Ernte wird die Baumwolle noch etwa 30 Tage
zum Nachreifen und Trocknen gelagert. Erst nach diesem Prozess werden
die Fasern von den Samenkörnern getrennt.
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| Beim Pflücken von Hand erzielt man eine weitaus höhere Qualität |
Ägypten und Sudan bevorzugt
Die Rohbaumwolle wird nach Faserlänge (auch Stapel genannt),
Farbigkeit, Festigkeit, Gleichmäßigkeit, Elastizität,
Feinheit, Reinheit, und Griff eingestuft. Die höchste Qualität
ist Extralangstapel - nur zwei bis drei Prozent der
Welternte verdienen das Prädikat - mit einer Faserlänge
von 39 mm und länger. Erstaunlich ist hierbei, dass die feinsten
und längsten Fasern im Verhältnis zu ihrem Querschnitt
auch die größte Festigkeit aufweisen. Eine Eigenschaft,
die die Voraussetzung für das Spinnen feinster Baumwollgarne
für hauchdünne Batiste und hochgedrehte Vollzwirne ist.
Die beste Qualität aller Anbaugebiete stammt aus Ägypten
(Giza 70 u. 88) und Sudan (Bara-kat). Diese Ware wird von uns bevorzugt.
Baumwolle ist ein wahres Naturwunder. Die luftige Struktur der
Baumwollfaser wirkt Temperatur ausgleichend. Die Feinheit und Weichheit
der Faser sorgt dafür, dass Baumwolle auf der Haut weder kratzt
noch juckt und auch keine Allergien hervorruft. Baumwolle ist kaum
elektrostatisch. Sie läßt sich sowohl im trockenen wie
auch im nassen Zustand dehnen. Die Festigkeit bei Nässe ist
sogar noch etwa 30 Prozent höher als in trockenem Zustand.
Deshalb kann man Baumwolle, bei farbechter Ausrüstung, kochen
und schleudern, ohne dass sie Schaden nimmt.
Ein wesentlicher Hauptgrund für die Hautfreundlichkeit der
Baumwoll-Textilien ist ihre enorme Saugfähigkeit. Dies resultiert
aus dem schichtweise fibrillösen (Fibrillen = feinste
Fäserchen, aus denen sich Baumwolle zusammensetzt) Aufbau der
Baumwoll-Faser. Sie kann bis zu 65 % ihres Eigengewichtes an Feuchtigkeit
aufnehmen ohne zu tropfen. Daher eignet sie sich besonders für
Textilien, die unmittelbar mit der Haut in Berührung kommen,
wie z.B. Unterwäsche, Hemden und Blusen, Nachtwäsche,
Handtücher, aber natürlich ganz besonders für medizinische
Textilien und Verbandstoffe.
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| Die Baumwollfaser |
Natürlich und unbehandelt
Besonders im Sommer, wenn der Mensch bei entsprechender Hitze bis
zu einem Liter Wasser pro Stunde verliert, ist die Saugfähigkeit
der Baumwolle von wohltuendem Vorteil. Auch die Begleitstoffe des
Schweißes werden nach Verdunsten des Wassers nicht auf der
glatten Oberfläche eines synthetischen Materials abgelagert,
sondern von den Lagerspalten der natürlich gewachsenen Baumwollfasern
aufgenommen und bei der Wäsche wieder herausgespült.
Aufgrund dieser vorteilhaften natürlichen Eigenschaften wurde
Baumwolle zur meist verarbeiteten und verwendeten Textilfaser. Sie
läßt sich in jeder beliebigen Farbe einfärben und
nach verschiedenen Kriterien ausrüsten. Bei unserer Pflegeleichtausrüstung
werden die Baumwollfasern begradigt und durch eine Leichtvernetzung
mit einem schadstofffreien Kunstharz gemäß Öko-Tex
Standard 100 stabilisiert. Vollzwirne benötigen aufgrund
der natürlichen höheren Garnstabilität keine bzw.
nur eine leichte zusätzliche Pflegeleichtausrüstung. Bei
Baumwolle aus Ländern, in denen zu 100 % von Hand geerntet
wird, wurde bei regelmäßigen Schadstoffanalysen durch
die Bremer Baumwollbörse bei aktuellen Ernten kein Nachweis
von Pestiziden und Entlaubungsmitteln gefunden.
Nach der Ernte trennt eine Entkörnungsmaschine die Fasern
der rohen Baumwolle von den Samenkörnern. Von 100 kg Baumwolle
verbleiben etwa 35 kg gebrauchsfähige Fasern, 62 kg Samenkörner
und 3 kg Abfall. Für den Transport werden die rohen Baumwollfasern
zu großen, schweren Ballen gepresst, die dann per Schiff in
die Lagerhäuser der Spinnereien transportiert werden.
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| Die Qualität des Garnes ist abhängig von der Zahl der Drehungen |
Von der Baumwoll-Faser bis
zum Stoff
Spinnen
In der Spinnerei wird aus dem Baumwollballen im ersten Arbeitsgang
auf einer so genannten Kardiermaschine zuerst ein Grundvlies erstellt.
Beim Kardieren, auch Kardätschen oder Kämmen genannt,
werden die Fasern freigelegt. Im weiteren Schritt wird das Spinngut
gründlich gereinigt und kurze oder verknotete Fasern werden
entfernt. Gleichzeitig werden die Fasern parallelisiert und gestreckt
und zu Vorgarnen gesponnen. In einem zweiten Arbeitsgang wird das
Vorgarn durch Strecken und Kämmen verfeinert und weiter gedreht
und auf eine Spindel gewickelt. Die Qualität des Garnes ist
abhängig von der Anzahl der Drehungen. Je länger die Fasern
sind, umso höher kann das Garn gedreht werden und erzielt damit
eine noch höhere Stabilität und Reißfestigkeit.
Das so gesponnene Garn nennt man Einfachgarn.
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| Zwei Einfachgarne werden zusammengeführt und gezwirnt |
Zwirnen
In einem dritten Arbeitsschritt werden zwei Einfachgarne zusammengeführt
und ge-zwirnt (zusammengedreht). Der Vorteil be-steht je nach Konstruktion
in einer um 20% höheren Reißfestigkeit als bei zwei einzelnen
Garnen. Je nach Länge der Fasern können 30/2 Zwirne bis
zu 200/2 Zwirne hergestellt werden, wobei die Zahlen 30 bzw. 200
angeben wie viele Meter dieses Zwirns ein Gramm wiegen. Aus Zweifachzwirnen
gewebte Ware ist gleichmäßiger und blickdichter, auch
kommen die Farben noch brillanter hervor. Stoffe aus Vollzwirn sind
weicher und angenehmer im Griff und zudem deutlich strapazierfähiger
und scheuerfester als ungezwirnte Ware. Durch die natürliche
höhere Formstabilität des fertigen Zwirn-Stoffes benötigen
Vollzwirne nur eine minimale Bügelleicht-Ausrüstung und
erhöhen so Ihr Wohlbefinden beim Tragen.
Weben
In der Weberei wird das Garn bzw. der Zwirn zu Stoffen gewebt. Zuerst
wird in mühevoller und zeitintensiver Handarbeit ein so ge-nannter
Kettbaum für die Kettgarne in einer Länge von mindestens
480 Metern erstellt. Die Kettfäden bilden zusammen mit den Schussfäden
ein Gewebe. Tausende von Zwirnspulen - weiße und auch farbige
- je nach Dessin - werden auf ein Zettelgatter genanntes
Gerüst aufgesetzt und das Garn anschließend auf den so
genannten Kett-baum, eine große Trommel, gewickelt. Das eigentliche
Weben beginnt auf dem Webstuhl. Hier wird der Schussfaden quer zum
Kettfaden je nach Bindungsart durch die Kettfäden geschossen.
Für einen Meter Stoff benötigt man bei Einfachgarnen ca.
14.000 Meter und bei Zwirnen sogar bis zu 20.000 Meter! Sogar modernste
Webstühle produzieren pro Stunde nur etwa sechs Meter Stoff.
Bekannteste Bindungsarten:
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Popeline
- auch Leinwandbindung genannt - ist die einfachste und gebräuchlichste
Bindungsart für Hemdenstoffe. Wie bei einer Leinwand wird
gleichmäßig abwechselnd ein Kettfaden mit einem Schussfaden
gekreuzt. Die meisten feinen Gewebe, aber auch Oxford, werden
auf diese Art gewebt. Köpergewebe - auch Twill oder Gabardine
genannt - zeigen einen diagonal im Stoff verlaufenden Grat,
der durch eine Verschiebung der Kreuzungspunkte von Kett- und
Schussfäden beim Weben entsteht. Köperbindungen werden
eher für sportliche bzw. rustikalere Gewebe, z.B. Jeans-Stoffe
verwendet. Auch Fischgrat ist ein Köpergewebe mit wechselnder
Gratrichtung. |
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Köpergewebe - auch Twill oder Gabardine genannt - zeigen einen diagonal im Stoff verlaufenden Grat, der durch eine Verschiebung der Kreuzungspunkte von Kett- und Schussfäden beim Weben entsteht. Köperbindungen werden eher für sportliche bzw. rustikalere Gewebe, z.B. Jeans-Stoffe verwendet. Auch Fischgrat ist ein Köpergewebe mit wechselnder Gratrichtung. |
Vom Baumwoll-Stoff zum fertigen Hemd
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| Beim Zuschnitt muß der Streifen- oder Karo-Rapport genau angepasst werden. |
Zuschnitt
Zuerst kommen die Stoffrollen in den Zuschnitt und werden auf langen
Legetischen in mehreren Lagen ausgerollt. Entsprechend einem vorher
erstellten Schnittlagebild werden dann die Schablonen auf dem Stoff
ausgelegt. Hierbei ist es besonders wichtig, dass der Streifen-
oder Karo-Rapport genau abgepaßt wird. Zunächst werden
mit einem Bandmesser die Teile grob ausgeschnitten. Anschließend
beginnt der Feinschnitt, bei dem die Teile auf den Millimeter genau
zugeschnitten werden. Zum Schluss werden die Schnittteile mit sogenannten
Knipsern versehen, das sind Markierungspunkte für die Näherinnen
um die Teile hinterher passend zusammenzunähen. Nach dem Zu-schnitt
erhält man
18 Schnittteile pro Hemd vom Oberstoff und sechs bis sieben Einlageschnittteile,
je nach Kragenform und Verarbeitung. Die Teile werden markiert und
beschriftet, damit es später keine Verwechslungen bei den Größen
gibt.
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| Die Schnittteile werden zunächst mit einem Bandmesser grob, dann fein angeschnitten. |
Nähen
Vom Zuschnitt geht es in die Näherei. Hier werden zuerst die
einzelnen Schnittteile bearbeitet. Auf die Kragenschnittteile werden
von links, je nach Kragenmodell, verschiedene Einlagen aufgebügelt
oder gepresst. Anschließend wird der Oberkragen zusammengenäht
und auf rechts gezogen. Damit die Kragenspitzen später glatt
und spitz erscheinen, wird der Kragen über eine spezielle Wendeschablone
geführt, wobei die Kragenspitzen herausgedrückt werden.
Der Kragensteg wird ebenfalls mit einer Einlage versehen. Anschließend
werden Kragen und Kragensteg zusammengenäht. Die Man-schettenschnittteile
werden ebenfalls von links mit einer Einlage versehen und anschließend
zusammengenäht und auf rechts gewendet.
In die Knopf- und Knopflochleiste wird jeweils ein Einlagestreifen
aufgebügelt, umgeschlagen und sauber vernäht. Auf das
linke Vorderteil wird nun die vorher umgebügelte und vorgenähte
Tasche streifen- oder karogenau aufgenäht. Sehr viel Geschick
benötigen die Näherinnen, wenn sie den Ärmelschlitzbesatz
fein säuberlich und akkurat in den Ärmel einarbeiten,
damit später beim eventuellen Aufkrempeln keine unsauberen
Nähte zu sehen sind.
Nachdem in die innere Rückenpasse das Etikett mittig eingenäht
wurde, sind alle Schnittteile für das Zusammennähen vorbereitet.
Zuerst wird die Rückenpasse mit dem Rückenteil vernäht.
Hierbei muss die Näherin aufpassen, dass sie die Seitenfalten
oder Keller- oder Golffalten der Rückenteile beim Zusammennähen
anhand der vorher angebracht Knipser präzise vernäht.
Anschließend werden die Vorderteile mit der Rückenpasse
verbunden.
Beim Einnähen der bis jetzt noch offenen Ärmel bedarf
es größter Genauigkeit und Geschicklichkeit. Zuerst werden
der Ärmel und der Rumpf mit einer 2-Nadelmaschine zusammengenäht
und anschließend nochmals übergesteppt. Sowohl außen
wie auch innen sehen Sie anschließend keine unsauberen Nähte
oder Fäden mehr.
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| In
die innere Rückenpasse wird das Etikett mittig eingenäht.
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Das Zusammennähen der Vorder- und Rückenteile und das
gleichzeitige Schließen der Ärmelnähte wird mit
einer speziellen 2-Nadelkappmaschine durchführt. Die Handhabung
dieser Maschine ist äußerst kompliziert und benötigt
eine lange Erfahrung. Beim Nähen werden die Stoffkanten zweimal
umgeschlagen und mit zwei Nadeln doppelt vernäht. Diese so
genannte Kappnaht ist besonders haltbar und reissfest und sieht
von innen und außen sauber aus.
Nun wird noch der Saum zweimal umgeschlagen und abgesteppt. Nachdem
der Rumpf fertig genäht ist, wird der Kragen exakt aufgenäht
und die Manschetten werden angenäht.
In einem letzten Arbeitsgang werden in genau ausgemessenen Abständen
die Knopflöcher eingestanzt und umkettelt und passend dazu
die Knöpfe überkreuz angenäht.
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| Die Kappnaht ist besonders haltbar und reißfest. |
Finishing
Nun beginnt das Finishing des Hemdes. Hierbei werden alle Nähte
auf Sauberkeit überprüft, abstehende Fäden werden
abgeschnitten und die Maße werden überprüft. Anschließend
wird das Hemd gebügelt. Zuerst werden Kragen und Manschetten
glatt gepresst, der Rumpf und die Ärmel gebügelt und anschließend
wird das Hemd kunstfertig ohne Nadeln zusammengelegt und eingetütet.
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| Das
fertige Daniels & Korff-Hemd. |
Bei so viel Handarbeit ist es nicht verwunderlich, dass man für
die Anfertigung eines einzelnen Hemdes vom Zuschnitt bis zum gelegten
fertigen Hemd trotz industrieller Serienproduktion ca. 45 Minuten
benötigt.
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